Freitag, 31. Juli 2015

Sonntag, 26. Juli 2015

A Gscheidler: Eine Lanze für Mikl-Leitner

A. Gscheidler: Mikl-Leitner-Fan
Natürlich lassen die Grünen, allen voran die Chefin Eva "Gewissensbiss" Glawischnig, keine Gelegenheit aus, an den führenden Konservativen des Staates herumzunörgeln. Man könnte zwar sagen: Das gehört zur guten Oppositionsarbeit.
Man könnte aber auch sagen: Pffff! Wer in der Opposition sitzt, ist ein Loser und hat es nicht verdient, das Maul aufzureissen. Ausgenommen natürlich die FPÖ. Die sitzen schließlich freiwillig dort.




Ungerechte Kritik an der einzigen Frau mit Eiern


Nun wird ausgerechnet der hochkorrekten, beinharten Innenministerin Johanna  Mikl-Leitner von Glawischnig vorgeworfen, sie sei in Sachen Asyl-Politik "völlig überfordert"? Lächerlich!
Mikl-"Die Leiterin"-Leitl hatte es immerhin geschafft, Flüchtlinge in Zelte zu befördern, bevor es zu extremen Hitzewellen und Unwettern kam. Hätten die Asylwerber, wie es Verteidigungsminister Klug mehrfach anbot, in Kasernen unterkommen sollen?
Das wäre unmenschlich gewesen. Kasernen erinnern diese Menschen viel zu sehr an ihr verlorenes Zuhause: Mit festen Mauern und einem Dach überm Kopf. Das würde sie nur alles noch einmal durchmachen lassen.

Mikl-Leitner ist nicht überfordert, sie überfordert

Außerdem war es von Anfang an ihr Plan, Flüchtlinge von der Anreise nach Österreich abzubringen; aus rein menschlichen Gründen: Damit sie sich nicht auf die viel zu gefährliche Reise machen und sich stattdessen in ihren sicheren, verminten Bomenkratern verstecken. Dort würde sie die IS am wenigsten vermuten.
Mikl-Leitl hat diesen Plan sogar ausgebaut. Zu Beginn wollte sie Flüchtlinge durch den Eindruck abschrecken, in Österreich gebe es finanziell nichts zu holen. Aber die Hypo-Katastrophe reichte nicht aus, um ein ruinöses Bild zu erwecken. Jedenfalls kein ausreichend ruinöses für Kriegsflüchtlinge.

Der Plan:

Sie lässt den Zustand der Flüchtlingsunterbringung, vor allem im Auffanglager Traiskirchen verfallen. Dann wartet sie, bis die Situation eskaliert. Schon gibt es Negativschlagzeilen über Flüchtlinge.
Die Flüchtlinge, die noch auf dem Weg hierher sind, sehen das in den Medien, wollen nicht in so eine Nachbarschaft ziehen und kehren wieder um in den Bombenkrater.
Die Rassisten, Neonazis, Rechtsradikale, Identitären und andere nützliche Bauern in diesem Spiel fühlen sich bestätigt. Sie reissen andere mit. Die FPÖ gewinnt die nächsten Wahlen und Mikl-Leitner ist endlich diesen lästigen Job als Innenministerin los, den sie eindeutig nicht sehr gerne macht.

Es sei denn, es käme zu einer erneuten schwarz-blauen Regierung. Aber das wollen wir ihr doch nicht wünschen. Ansonsten ist es ein solider Plan und daher erbreche ich eine Lanze für die Innenministerin.

Kommentare: Drei Ökonomen, drei Welten, keine Realität

Bringt eh nix. Aber wenn bereits am Samstag-Morgen der Zorn vor dem Kaffee ins Hirn steigt, dann muss ich halt schreiben. Kommentare auf die Kommentare im Wochenend-Standard – erinnert mich an Southpark.

Zusätzliche Anmerkung: Die Griechenland-Klischees sind nicht mehr witzig! Millionen sind verarmt. Hunderttausende im tiefsten Elend. Die Kindersterblichkeit ist erschreckend hoch. Hunderte begingen Selbstmord. Also lasst die “Amphoren”-Metapher stecken, wo sie her kommt.

Erhard Fürst... 

hat Recht oder - grammatikalisch richtig - hätte, würden die Umstände existieren, die er nennt. Die Syriza hätte die Prinzipien Europas nur dann mit Füßen getreten, wenn Europa ein korrumpierter Selbstbedienungsladen für private Finanzinstitute wäre. Trotz EU-Vertŗäge, die die EZB tatsächlich zum Futterautomaten der Privat-Banken macht, ist es etwas anderes. Für uns, die nicht ein unverschämt hohes Einkommen mit regelmäßig falschen Prognosen und ökonomischem Märchenerzählen verdienen ist Europa mehr. Etwas, wofür die „radikalen“ Linken – die eigentlich nur echte Linke sind – kämpften.

Verschuldungsanteil des BIP bei 100%? Aber woher kommt's? Die Schulden in Griechenland stiegen erst mit der 2010er-Krise und die wurde von einem panischen Markt ausgelöst, der schon lange nicht mehr zu kontrollieren ist. Die Sparpolitik der Troika machte es nicht besser.
Dennoch unterstellt Fürst der Syriza „Chaospolitik“? Und alle, die Varoufakis Anerkennung zollen, sollten sich schämen?

Aha! Argument? Bringt er keines. Wir sollen gefälligst die Welt so sehen wie er, damit seine Meinung stimme: Die finanziell festgefrorene Regierung in Athen hätte Reformen durchführen müssen, auch wenn diese ihr bisher aufgrund diverser Einmischungen nicht möglich waren.
Auf keinen Fall sollten wir außerhalb seiner Sichtweite erkennen, dass die  Finanzwirtschaft selbst systematische Ursache ihrer eigenen und unser aller Probleme ist.

Helmut Jeglitsch...

probiert hingegen etwas Neues: Griechenland wäre eigentlich seit der Antike eine Plutokratie und daher traditionell korrupt. Er meint eigentlich „Oligarchie“, will aber keine Vergleiche mit anderen Ländern und Völkern provozieren. Sonst könnte man ja feststellen, dass es Korruption auch woanders gibt, nur institutionalisiert und globalisiert anstatt archaisch-familiär.

Nächstes Märchen: Die mythischen Hintergrundreichen und ihr Schwarzgeld wären quasi Krisenursache. Würden sie nur ihre Steuern zahlen, dann wäre alles wieder gut. Obwohl er zum Schluss selbst zugibt, dass die Schulden nicht zurückzuzahlen sind.
Er merkt auch an, dass man (letztlich durch Eurostat) damals wusste, dass die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone zu früh käme . Dennoch wäre der Beitritt die Schuld der Statistiken manipulierenden Griech_innen? Diese schlauen Schurken!? Niemand sollte so naiv sein, Jeglitsch seine Naivität zu glauben.

Nicht nur, aber vor allem deutsche Unternehmen profitierten vom gemeinsamen Euro und den Waffengeschäften mit Griechenland. Jetzt, nach dem Profit, will Schäuble den Grexit. Das ist das selbe Vorgehen oder Vergehen, das Jeglitsch den heimlichen Drahtziehern in Griechenland vorwirft.
Aber wenigstens bezeichnet er nicht das ganze griechische Volk als Kriminelle. Ein Novum. Auch hat er Recht, was nötige Steuerreformen betrifft. Allerdings: Wie viele Steuern zahlt z.B. Starbucks (Sparbucks) in Deutschland? Da wird doch keine (globale) Plutokratie dahinter stecken?

Yanis Varoufakis...

schätze ich, eh klar, so als linke Chaos-Zecke. Aber ein Bisserl weniger Pathos fände ich  leserlicher. Und der zu erreichenden Öffentlichkeit würde weniger Ökonomen-Sprachlichkeit gefallen. „Ausbruchsgeschwindigkeis-Größenordnung“? Ich hoffe, das ist nur ein Nebenprodukt der Übersetzung.
Der Plan liest sich ansonsten schön und gut an, aber beinhaltet zu viele Faktoren, die allesamt so bleiben oder sich entwickeln müssten, wie Varoufakis sich das vorstellt, damit er funktionieren würde. Erinnert an Volker Pispers: "Wirtschaftsexperten (...) Menschen die hochrechnen wie die Welt in 30 Jahren aussieht, wenn alles so bleibt wie es ist."

Dass die Troika, Euro-Finanzminister_innen und -Regierungschef_innen zum Plan nur geschwiegen hätten, wundert mich nicht. Keine Antwort ist auch eine Antwort: Es fehlte ihnen die direkte Aussicht auf eigenen Profit.

Fazit: Alle drei Ökonomen leben in ihrer eigenen theoretischen Welt, die sie an ihre Vorurteile und Bedürfnisse anpassen; die aber nicht mit der Komplexität der Realität, den Zufällen, Ausfällen und Kriminalfällen mithalten kann. Und vor allem nicht, mit dem Wahnsinn und der Blödheit der Berufspolitik.


Dienstag, 21. Juli 2015

Eiserner Gartenzaun a la Orban: Hoffnung fürs Burgenland

Zunächst Grundsätzlich zu mir:

Die spärlichen Leser dieses Blogs werden gleich zwei Dinge feststellen.
1. fasse ich mich kürzer als dieser linke Chaot, Stefan Antonik-Seidler. Ich weiß, dass man sein Publikum nicht überfordern darf. Man muss seine empfindsamen Gehirnwindungen, seine von zu viel Alltasgslast ermüdeten Augen mit einfachen Sätzen umschmeicheln.


2. Keine Gendern mehr! Hier herrscht nicht die Gender-Gestapo, sondern gute, alte Familienwerte. Frauen sind natürlich mitgemeint. Ich hab ja nichts gegen Frauen. Einige meiner besten Freunde sind Frauen. Ich kann also gar kein sexistischer Macho-Arsch sein, Doris!

Zum eigentlichen Thema:

Ungarn baut einen Grenzzaun, um Flüchtlinge abzuhalten, vom Dickicht des Balkans aus sein Hoheitsgebiet zu überfallen und mit illegalem Aufenthalt zu bedrohen. Ich weiß nicht, warum noch niemand vor meinem Gesinnungsfreund Viktor Orban eine solche Idee hatte.

Zivilisation im Stacheldraht

Grenzzäune können viele Probleme lösen. Sie schaffen Arbeitsplätze in der Grenzzaun-Industrie. Sie be-zäunen Grenzen. Schaffen Orientierung: Kein Wundern mehr, ob ich mich auf der ungarischen oder der serbischen Seite der unzivilisierten Pampa befinde. Abgesehen davon ist der Rasierklingen-NATO-Stacheldraht das Modernste, was in dieser Gegend seit Jahrzehnten errichtet wurde. Ein Zeichen von Fortschritt und Zivilisation!

Hoffnung fürs Burgenland

So ein Grenzzaun wäre auch eine hervorragende Idee für die österreichisch-ungarische Grenze. Stammt schließlich von mir.
Meine schreckhaften Landsleute aus dem Burgenland könnten sich in ihrer natürlichen Pannonia-Paranoia endlich ganz zuhause fühlen.
Und so sehr ich Orban auch schätze: Seine billigen Zahnreißer bringen ehrliche, hart arbeitende Zahnärzte in Österreich um ihre Geld. Auch wäre der heimische Salami-Markt vor pannonischen Würsten geschützt.
Ich kann mir nicht vorstellen, welche Nachteile das hätte.

Maschendraht-Marketing

Natürlich gibt es immer Skeptiker, die so ein Projekt anzweifeln würden. Von wegen EU-Verträge, Schengen-Abkommen, gesunder Menschenverstand... Hier geht es Österreich!

Deshalb braucht es das richtige Marketing. Schon der Name muss sowohl Unnachgiebigkeit in der Überwachung unserer Grenzen betonen, als auch versöhnliche, harmlose Sanftheit gegenüber unseren lieben Nachbarn.
Härte: So wie „Eisern“. Freundlichkeit: So wie „Vorhang“.
„Eisener Vorhang“ - ein toller Name für ein Grenzzaun-Projekt.

KORREKTUR: Mir wurde kurz vor Redaktionsschluss erklärt, dass es so einen „eisernen Vorhang“ bereits gegeben hätte und manche Menschen mit diesem Begriff schlechte Erfahrung und negative Emotionen verbänden. Lächerlich: Als gäbe es heute keine Spaltung Europas. Meine Gesinnungsfreunde leisten schließlich gute Arbeit.
Das Marketing muss solche Image-Probleme dennoch berücksichtigen. Meine Alternativ-Vorschläge lauten also: „Eiserner Gartenzaun“ oder „Drahtige Gardine“.


Gehackt! Jetzt übernimmt Gscheidler!

Anton "Toni" Gscheidler wieder einmal beim Triumphieren
Jawohl! Unzählige Weiterbildungskurse in Hacken für Anfänger (es waren zwei) musste ich absolvieren. Erlitt heftige Rückschlüge (fand mich in einem im Voraus bezahlten Wifie-Kurs in Holzhacken wieder). Doch überwand ich letztlich alle Widerstände. So bin ich halt, der Gscheidler, durchsetzungshart und mir selber treu bis zum Gehtnichtmehr!
Nun gehört dieser Bolschewiken-Blog der linken Zecke mir! Wenigstens teilweise. Solange er schläft.

Gscheidler ist g'scheiter als Antonik-Seidler

Endlich! Endlich kann das Echo der wahren Wahrheit über die digitalen Seiten dieses Mediums verhallen, das viel zu lange in den verschwitzten Fängen Antonik--Seidlers für sozialistische Lügen missbraucht wurde.
Und auch wenn dieses Schmalspur-Stalin immer noch hin und wieder seine lächerlichen Behauptungen hier veröffentlichen wird: Er wird von nun an gegen den Wind der Freiheitlichkeit, gegen das Wort meiner Wahrheitlichkeit anschreiben müssen.

Viel Spaß du Lügenpressen-Parasit! Ha Ha Ha! Ich bleibe hier im Widerstand, damit deine Leser endlich erfahren was wirklich vor sich geht in unserem schönen Land und wie wir von Linken und Fremden linkisch befremdet werden.
Das wird man doch noch schreiben dürfen! Ich bin schließlich keiner dieser Amateure von Pegida, AfD, FPÖ oder den Identitären, die unter meiner Führung längst die - ich kann das nicht oft genug betonen - demokratisch legitime politische Herrschaft (sagen wir vorerst einmal im deutschsprachigen Raum) übernommen hätten.

Aber mich wollte ja keiner. Das haben sie nun davon. Es war natürlich meine Potenz, die sie einschüchterte. Was ich andererseits sehr gut verstehen kann. Ich fürchte mich manchmal vor mir selbst.

Und seid versichert, liebe Landsleute: Ich bin zwar als abendländischer Christ recht rechts-konservativ. Das sind nun einmal die politische Gene. Ich bin auch Populist. Das ist nun einmal meine Berufung. Aber keinesfalls bin ich Rechtspopulist.
Und nein, Doris, ich bin auch kein Keller-Nazi der zuviel Leim geschnüffelt hat, kein an Gehirnsaftarmut leidender Ausländerfeind. Manche meiner besten Freunde sind Deutsche.
Und überhaupt: Ich spreche Deutsch und verfüge über ausreichende Kenntnisse der deutschen Grammatik. Das genügt doch als Beweis, dass ich weder Extremist noch Mitglied irgendeiner Partei bin.

In Zukunft werder ihr, liebe Gesinnungs-Verbündete, und auch ihr Kommunisten-Kuschler, hier völlig frei von jeder Partei, also freiparteilich, die völlig neutrale Wahrheit, das heißt eine völlig neutralisierte Wahrheit erfahren. Bis dahin: Es lebe Österreich!

Montag, 20. Juli 2015

Simple Truth Reloaded

People are idiots
Politicans are corrupt
Banks and corporations use that
To keep politicans corrupt
And people stupid

There is no exit
Don't keep left
Don't keep right
Keep fighting

This humans world is going down
There is no use
No need to frown
And nothing to lose

That's our freedom
That's no wonder
People are exploding
Where they are most free
Until they kill

Kill your death wish
Gain something to lose
And give it to others
But think about it
Always the same

Freitag, 17. Juli 2015

Korruption

Dummwütige Menschenwelt
Was hat alles so gemacht
Es korrumpieren Macht und Geld
Die Korrupten mehren Geld und Macht

Die im Staat verleihen beides
An jene in den Medien
Nach dem Gesetz geteilten Leides
Die ihnen darin nahe stehen

Und die nicht Maß und Anstand kennen
Finden dennoch in der Presse
Knechte, die es Tugend nennen
Kritik hält die geschwollene Fresse

So verleiht geschickte Desinformationenflut
Dem Zahlvolk begehrte Illusion
Von Geld und Macht, in seiner Wut
Mehr hat es nicht davon

Das gelte es dann zu verteidigen
Gegen die Anderen am unteren Ende
Damit die Wütenden sich nicht vereinigen
Sie köpfeln nur die eigenen Wände

Streiten wegen der Anderen Macht und Geld
An dessen Lippen die Medien hängen
Wie es den Mächtigen gefällt
Korruption hält alle in den Fängen

Mittwoch, 15. Juli 2015

Aufklärung zur Griechenland-Euro-Krise: Spießige Punkte

Es gibt Vorurteile, die in der Griechenland-Europa-Krise das Wesentliche verschleiern.

Die Deutschen sind eben kühl kalkulierende Geschäftsleute?
Das ist zwar keine Mentalitätsfrage, könnte aber teilweise stimmen. Sie kalkulieren, aber nicht kühl, sondern falsch. Der Vorteil, den die Verhandlungs-Hegemonie auf EU-Ebene bringt, wird verspielt, wenn sie ihren EU-Absatzmarkt weiterhin beschädigen. Das tun sie nachweislich durch Exportüberschuss und Austeritätsdiktaten.

Die Deutschen sind die neue Hegemonialmacht?
Sie haben eine auf Sand gebaute Vormachtsstellung erlangt. Denn nur in der europäischen Gemeinschaft kann ihre starke Position direkt zu bilateralen, europaweiten Ergebnissen führen. Missbrauchen sie ihre Macht, verliert sich  früher oder später der Zusammenhalt in der EU, der diese Macht garantiert.

Die Deutschen sind wieder einmal die Bösen?
Die meisten Finanzminsiter_innen im Euroraum sind Bewohner_innen der konservativen Ideen-Einöde. Nicht nur Deutschland forcierte und forciert den Neoliberalismus. Beinahe alle EU-Mitglieder des ehemaligen Ostblocks, inklusive Finnland, unterstützen den finanz-ökonomischen Fanatismus einer markttechnisch abergläubischen Schuld-und-Sühne-Politik gegenüber Griechenland. Diese ist nicht nur moralisch falsch, sondern auch wirtschaftlicher Wahnsinn. Nur die Asgeier der Finanzwirtschaft profitieren vom Totalausverkauf des griechischen Staates und dem Verlust seiner Souveränität.
Abegsehen davon: Auch belgische Abgeordnete des EU-Parlaments beleidigten griechische – weil es Linke wären. Und letztlich ist jede Mitgliedsregierung, die nicht gegen die Griechenland-Auflagen wenigstens protestiert, politisch für sie mitverantwortlich.
Die schärfste Kritik an der deutschen Politik kommt immer noch aus Deutschland. Das deutsche Polit-Kabarett ist hierbei zu empfehlen.

Die jüngsten Verhandlungen kamen zu einem guten Abschluss (für den Rest Europas)?
Eigentlich steht man wieder am Anfang. Die Syriza müsste weit mehr brechen als ihre Wahlversprechen, wenn das griechische Parlament den Troika-Auflagen zustimmen würde. Was danach kommt sind vielleicht Revolte und/oder Neuwahlen.
Die führen entweder zu einer Regierung mit wirklich negativen Radikalen. Oder zu einer der alten Regierungsparteien. Es könnte auch sein, dass sich die Griech_innen unter der Syriza stillschweigend ihrem Schicksal ergeben, was ihnen jedoch auch nicht helfen würde. Die Sparpolitik führt zu nichts anderem als weiter steigenden Schulden. Mit ihr kommt der völlige Kollaps irgendwann sowieso.

Hilfsgelder?
Falsch: Hilfskredite. Der größte Nettozahler ist auch der größte Kredithai. Du kannst deine Schulden nicht bezahlen, weil ich deine Vorgänger dazu gezwungen habe, ihr Geschäft kaputt zu sparen? Tja, dann schicke ich dir ein paar Freunderl aus der Privatwirtschaft, die dein Staatseigentum übernehmen werden. Aber vorher brech ich dir die Beine, damit du mir nicht entkommen kannst.

Griech_innen können nicht mit ihrem Geld umgehen? 
Griechenland hatte vor 2010 eine der höchsten Wirtschaftswachstumsraten in der EU. Sogar heute sind seine Banken flüssig. Nur die EZB hält sie aus politischen Gründen im Trockendock. Der Haushalt sah im Vergleich zu anderen EU-Staaten, die gerne das hetzende Maul aufreissen, auch nicht so schlecht aus, ehe die Austerität begann.
Doch der Finanzmarkt benötigt eine Karotte vor der Schnauze, um sich bewegen. Und solange die anderen Eurostaaten mit schlechter Presse, Drohungen und dem Angebot des griechischen Selbstmordes den privaten Markt fern halten, hat die neue Syriza-Regierung überhaupt keine Chance, sich zu beweisen. Auch werden keine Investor_innen in eine Chance in dem kaputtgesparten Land sehen.

Die Griech_innen sind schuld?
Auch. Weshalb Reformmaßnahmen durchaus sinnvoll wären, für die es aber Zeit und Geld, eine Atempause von den Verhandlungen und echte Partnerschaften in Europa bräuchte.
Hätten die „Europartner“ (so hießen die damals noch) zudem vor oder in 2010 zu vernünftigen Maßnahmen gegriffen, wäre das Problem in Griff zu bekommen.
Man wusste schon damals, dass die Austeritätspolitik die Lage verschlimmern würde. Sogar ich wusste es und ich bin nicht gerade das Wirtschaftsorakel von Delphi. Für die Anhäufung der Schulden in diesem Ausmaß ist die griechisch-europäische Politik von damals verantwortlich. Die Syriza war damals noch nicht an der Macht, wird aber gestraft, auch wenn (oder vor allem weil?) sie es besser machen will.

Die Deutschen sind schuld?
Wir sind alle schuld! Europa ist ein Konglomerat! Und wir alle wählen ständig die falschen Regierungen.
Die Regierungen sind insbesondere verantwortlich: Sie bestimmen die EU-Kommissar_innen, die Chefs von IWF und EZB, stellen die Kandidat_innen des EU-Parlaments auf, ernennen die Finanzminister_innen, die in ihrer informellen Runde nicht viel weniger Macht ausüben.
In den Troika-Institutionen – IWF, EZB und EU-Kommission – wurde die Sparauflagen beschlossen, die niemals die Schulden Griechenlands erleichtern konnten, sie im Gegenteil erst zur untragbaren Last machten. Davor ging es dem Land relativ gut.

Es geht um Wirtschaft?
Es geht um Politik: IWF, EZB und EU-Kommission haben seit 2010 ihre Führung gewechselt. Die vom Boulevard zur „Königin Europas“ ernannte Angela Merkel saß damals schon auf ihrem Thron. Würde die Troika ihre sinnlose Griechenlandpolitik ändern – und von Seiten des IWF wird sie bereits als sinnlos umschrieben – käme das einer Verurteilung der verantwortlichen Politker_innen gleich.

Härte? 
In der Sprache der Sieger heißt „Härte“, „harte Auflagen“, „harte Haltung“, was eigentlich auch Sturheit, Dummheit und Schwäche heißen könnte. Wer sich in der Politik so sehr verhärtet, dass er/sie sich nicht mehr bewegen kann, behindert sich selbst, macht sich selbst handlungsfähig. „Das Balkenstarke stirbt keinen guten Tod.“, heißt es schon bei Lao-Tse.

Muttis Medien: Nachtrag

Nachtrag zu "Muttis Medien: Deutschtreu bis in den Hirntod"

Der selbe deutschtreue Standard lässt sogar einen Hashtag über jenen #ThisIsACoup zu, in dem die deutsche Europolitik kritisiert wird. Andreas Schnauder kommentiert im Interesse des griechischen Volkes. Aber auch seine Solidarität stolpert über den entscheidenden Punkt: „Wer mit seinem Geld nicht haushalten kann“, müsse mit Auflagen bei der Kreditvergabe rechnen.

Die neue griechische Regierung hatte aber noch keine Gelegenheit und noch kein eigenes, frei verfügbares Geld, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Einen halbes Jahr ist, vor allem mit Sicht auf die übliche Schubladen-Verweildauer österreichischer Reformen, nicht viel.

Die griechischen Schulden stiegen zudem mit der Sparpolitik der Rettungsschirmträger_innen ins Unbezahlbare. Man könnte also schließen, dass die Troika-Institutionen ihrerseits nicht mit Geld umgehen können. Jedoch zeigt sich eben wieder einmal die unreflektierte Übernahme der Sieger-Rhetorik in diesem politischen Konflikt, der mit finanztechnischen Waffen ausgefochten wird.
Denn die europäischen Verantwortlichen, von denen vor allem die Regierung und Person Merkels herausragend und von Anfang an involviert war, dürfen nicht als Versager dastehen. Daher all das tendenziöse Schreiben.

Dienstag, 14. Juli 2015

Muttis Medien: Deutschtreu bis in den Hirntod

Objektivität in der Krise

Das tendenziöse Schreiben der so gerne objektiven Presse ist nichts Neues. Das wusste ein gewisser Gonzo-Journalist schon in den 70ern im tiefsten Drogenrausch zu identifizieren. Im Fall des von dumpfer Feder zugespitzten Griechenland-Konflikts ist es jedoch offensichtlicher geworden. Vor allem eine gewisse Tendenz deutschsprachiger Medien.

Alle pfui, nur Deutschland hui

Auch in meiner Standard-Zeitung muss ich nicht weit nach hinten datieren. Wenn Paris Athen bei den Verhandlungen um Hilfsgelder unterstützt, geschehe dies natürlich nur im Eigeninteresse Frankreichs. Das müsse als das Wesentliche herausgestrichen werden, auch wenn es für die gesamte Eurozone jedenfalls vernünftig wäre, wenn Frankreich nicht durch den sagenumwobenen “Grexit” in Wahrnehmungsschwierigkeiten am Zinseszinsmarkt geraten würde. Investigation bedeutet heutzutage Schadenfreude?

Es gilt anscheinend auch dann als “neutrale”, jedenfalls “normale” Berichterstattung, wenn ausschließlich der griechische Chef-Verhandler – aktuell Ministerpräsident Alexis Tsipras persönlich – “bekehrt” werden müsse wie ein sündiges Schäflein. Egal wie viele international angesehene Ökonom_innen und Denker_innen seinem Standpunkt auch Recht geben und nicht – sagen wir – dem schwäbischen Hausfrauenminister Wolfgang Schäuble und seiner Gelegenheits-Kanzlerin.

Deutschland über alles

Nein! Voraus- oder hinterhereilender Gehorsam beherrscht viele deutschsprachige Medien. Deshalb bleibt diese Tendenz heimattreu bis in den Hirntod: Nichts gehe über Deutschland, vor allem kein böses Wort. Niemals würde das Wirtschaftswunderkind und seine heilige Mutti Angela im Eigeninteresse handeln.

Ausnahmen bestätigen...

Außer vielleicht am Anfang der Griechenlandkrise, als es darum ging, dem gebeutelten Land noch schnell Militärgerät zu verkaufen, ehe man sich bereit erklären wollte, den Euro-Rettungsschirm mit aufzuspannen; und man erst nach diesem, fürs griechische Volk teuren, für die deutsche Waffenindustrie lukrativen Geschäft begann, strenge Sparauflagen zu fordern. Die dann erst recht zum Absturz führten. Aber so etwas schreibt man nicht auf Deutsch.
Auch nicht dieser Tage, wenn 50 Milliarden aus staatlichen Vermögenswerten Griechenlands in einen Privatisierungsfond wandern sollen, der von der “BfW” verwaltet würde, dessen Aufsichtsrat die schwäbische Hausfrau selbst vorsitzt.

Zugegeben: Das stammt wohl aus der Feindpropaganda. Merkel hätte zugestanden, dass der Briefkasten des Privatisierungsfonds auch in Griechenland stehen könne und ein kleiner Teil davon sogar für die Griech_innen bliebe.

Shizophrene Medien

Auch solche nützlichen Infos erhält man in meiner Standard-Zeitung wie auch so manches kritische Wort – wenn auch nie direkt gegen die deutsche Regierung, Banken oder Wirtschaftselite. Warum auch? Selbst Regierungschefs anderer EU-Staaten fürchten sich.
Gegen die Griech_innen und deren gewählten Regierung dürfe man hingegen treten. Das wäre nicht feig, nur pragmatisch. Auch heute wieder verglich ein berauschter Hans die Griech_innen mit Schnorrern, die sich selbst nicht im Griff hätten und besachwaltet werden müssten. Er darf das. Er schrieb es als Glosse und glaubt, er wäre ein Linker.

Deutsches Wirtschaftsherrenmenschenbild

Die Deutschen hingegen sind fleißig, pünktlich und geschneutzt. Sie sind vermutlich auch nur deshalb am bevölkerungsreichsten in Europa und die wirtschaftliche Lokomotive des gesamten Kontinents. Auch sind sie mitfühlend, denn sie zeigen uns dummen Nichtdeutschen wie Wirtschaft geht, obwohl sie als Lokomotive natürlich auch ohne uns weiterfahren könnten. Zumindest will man uns das tendenziell so vor-schreiben.

Deutschland, Deutschland über alles und über alle. Wer zahlt, schafft an! So funktioniert Demokratie... oder Oligarchie... oder Plutokratie? Europa vielleicht nicht, aber wer braucht das schon, wenn wir Deutschland haben.
Wer zahlt, hat jedenfalls Erfolg und wer Erfolg hat, muss Recht haben, schreibt ein Großteil der deutschsprachige Presse. Egal woher der Erfolg kommt und egal, wer wirklich drauf-zahlt.

Was ist Wert in Europa?

Die anderen EU-Mitgliedsstaaten zahlen zwar auch, sind aber für sich genommen weniger “wert” – im finanzspekulativen Sinne. Schließlich fasst sie und ihren Wert niemand zusammen, sagen wir in einer Art Gemeinschaft, die man Europäische Union nennen könnte.
Geteilt ist gut beherrscht, röhrt der Platzhirsch. Und er hat Erfahrung: Mit Harz IV teilt er auch die eigene Gesellschaft in Nutzbringende und Wertlose. Das funktioniert mit deutscher Gründlichkeit.

Die großen Aber

Deutschlands Exportüberschuss schadet dem Euroraum und der eigenen Bevölkerung, die diesen seit über einem Jahrzehnt mit Lohndumping und stagnierendem Binnenmarkt erträgt. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Der selbe Prozentsatz an Deutschen, die mit der Regierung unzufrieden sind, finden “Mutti” Merkel toll.

Deutschland hätte ohne seinen Absatzmarkt in der EU kein Exportwunder. Aber die Anderen sind wohl selbst schuld, wenn sie kaufen. Und wenn sie nicht mehr kaufen können? Dann kommt die Troika und der Treuhandfond – zu deutschtreuen Händen.

Deutschland wurde seinerseits – und nach einem selbst verschuldeten Weltkrieg – durch ausländische Hilfsgelder und Schuldenerlass wieder aufgebaut. Aber das ist doch schon so lange her. Man muss doch vergeben und – noch besser – vergessen können.
Die deuschsprachige Presse arbeitet an vielen Fronten daran. Ob das, was dabei herauskommt, 1000-Jahre halten wird? Wage es zu bezweifeln. Ich bin eben kein guter Deutscher.

Aber Spaß beiseite:
Auf Ö1 hörte ich gerade noch wie jemand erklärte, dass man nicht gegen die Regeln der Banken protestieren solle, von denen man Kredit wolle. Allerdings handelt es sich bei IWF, EZB und dem Mix europäischer Entscheidungsträger_innen nicht um Priavtbanken. Ihre Aufgabe ist hierbei die Stabilisierung des Wirtschaftsraumes. Aber nicht Unbedeutende unter ihnen gaben zu, dass die Austeritäts-Regulierung Griechenlands nach hinten losging.
Die Bank sollte sich also auf die Seite jener stellen, die gegen ihre dummen Regeln protestieren. Nur mit einer solchen Geste der Vernunft könnte sie vermitteln, warum ihre geforderten (anderen) Reformen durchaus vernünftig wären.

Sonntag, 12. Juli 2015

Sonntagsgedicht

Sonntagsgedicht
Beschattende Sonne im Wolkenwald
Über Europa steht das Licht
Und den Denkerinnen wird sehr kalt
Im Ozon-Gebläh der Journaille

Ich bastle für Tsipras eine Medaille
Als erster Steuermann seit meinen Jahren
Wagt er, im politischen Sirenenmeer
Ohne Ohrenwachs zu fahren
Und schafft es dennoch bis hierher

Ungefesselte Zeitungsmacher 
Haben sich dabei entblöst
Ich breche meinen letzten Lacher
Und noch bin ich nicht eingedöst

Wie kann man diese Gelsen jagen
Die dem Volk einsagen
Nach welchen Plagen
Es stattdessen solle fragen

Ja, das Geld
Kein Wiederfinden ohne Verlieren
Wenn es euch gefällt
Könnt ihr damit die Welt regieren
Die auf euer kleines Leben passt  




Freitag, 10. Juli 2015

Grexit und anderer Bullshit

Noch einmal: Die berufspolitische Griechenland-Debatte hat mit Ökonomie so viel zu tun wie Homöopathie mit Medizin. Fakten, Rechnungen, Zusammenhänge werden eingestampft und als politische Spielkarten wieder ausgespuckt.

Die Massenmedien berichten über alle Details des Pokers, nur nicht über das Wesentliche: Woher kommt's, warum ist's und wem nützt es (wie)?
Das öffentliche Gedächtnis wird an der kurzen Leine gehalten. Jeder Rückblick reicht meist maximal bis 2010. Man listet die Sitzungsdaten auf. Die Inhalte bleiben Hörensagen.

Die Methoden des Sezessionskrieges

Von Anfang an wurde der mögliche Exit Griechenlands aus der „Währungsgemeinschaft“ eingestreut. „Grexit“, Wortspiel, jugendliche Internetsprache: Der Wimpel des politischen Marketings. Wenn Bedürfnisse fehlen, müssen sie erschaffen werden.

Inzwischen sollte man sich fragen, wo im Euroraum das Substantiv „Gemeinschaft“ herkommt und/oder hingehörte. So wie die übrigen Eurofinanzminister_innen, ihre EZB, deren Kommission mit dem „Partner“ Griechenland umgehen, muss man eher von Wirtschaftskriegsgegnern sprechen, von einem Wirtschaftsbürgerkrieg.
Sezession: Reicher Norden gegen armen Süden. Der verwüstete Gegner muss irgendwie am Leben erhalten und an der Leine gehalten werden, sonst folgt erneute Rebellion – auch in anderen Regionen. Politik vom Feinsten, aber null ökonomischer Sachverstand.

Antike und heutige Mythen

Grexit oder „Gray“ (Greece-Stay) sind hierfür genauso egal wie übrigens der Mythos, dass uns Athen die Demokratie gebracht hätte. Die „Demokratie“ des antiken Sklavenstadtstaates schloss alle aus, bis auf eingeborene freie Männer, die in der Regel wohlhabend und alt sein mussten, um politischen Einfluss nehmen zu können; und die gerne kritische Philosophen hinrichten ließen. Alt-Griechenland ist daher nur die Wiege jener Pseudo-Demokratie auf die wir gerade zusteuern. 

Das Panik-Pech des unkontrollierten Marktes kann auch Staaten treffen, die keiner Währungsunion angehören. Die Schmähs, die von den Kreditgeiern danach angewandt werden, ebenso.
Wenn ich ohne Hose dastehe, ist es mir zunächst egal, welche Marke drauf steht und wer sie mir herrunterzog. Es ist auch unklar, ob es besser oder schlechter ist, wenn es die eigene europäische Familie war.

Europa kann nicht vor sich selbst weglaufen

Man darf auch nicht vergessen, dass Griechenland jedenfalls Teil der EU bleibt. Der Rest der angeblichen Gemeinschaft kann sich also nicht vor seiner entsprechenden Verantwortung drücken. Es wäre daher schon vorgestern an der Zeit gewesen, das Krisenmanagement jenen zu überlassen, die nicht nur an ihre persönlichen Interessensklüngel, sondern an das Interesse der europäischen Gemeinschaft denken.
Selbige sollte übrigens nicht zu vorlaut werden. Österreich beispielsweise hat eine ähnlich hohe Staatsverschuldung wie Griechenland, was genauso katastrophal enden würde, wenn Investor_innen innerhalb kürzester Zeit ihr Geld abzögen. Dann würde man nicht nur die privaten Schulden der Hypo-Alpe-Adria den österreichischen Steuerzahler_innen umbinden. Dieser Bär würde um ein vielfaches anwachsen. Und die deutschen Medien würden die Ösis ebenso als faul, chaotisch und wertlos darstellen wie sie es mit den Griech_innen machen. Wirtschaftskriegspropaganda.

Paradoxien bedeuten Ahnungslosigkeit

Die Alpen-Republik zahlt Milliarden an die Bayern, weil diese Herrenmenschen der Euro-Wirtschaft – die ihre heutige Vormachtstellung Schuldenschnitte und Wiederaufbauhilfen verdanken, die ihnen andere gewährten – irgendwann verdammt schlechte Geschäfte über die Hypo abwickelten.

Es ist also gelungen, das Vergemeinschaften von privaten Schulden zur europaweiten Normalität zu machen. Hierfür küssen die Neoliberalen sogar die öffentliche Hand, die sie ansonsten nie und niemals bräuchten. Nur die radikalen Linken wehren sich gegen diesen Machtmissbrauch bzw. dessen Folgen und werden dafür von den Demagogen des erbärmlichen Mittelmaßes angegriffen.

Im Standard konnte man unlängst lesen, dass der von intelligenten Menschen prognostizierte Zusammenhang zwischen Sparmaßnahmen und Schuldenanstieg in Griechenland paradox wäre. Dass ich immer noch Abo habe, das ist paradox!

PS: Nicht weniger manipulativ wie die übliche Sprachlichkeit ist der theatralische Einfall, Deutschland bzw. die Merkel-Regierung als alleinige Gegenspielerin darzustellen. Zum Einen weiß die rechte Gehirnhälfte der Kanzlerin offenbar nicht, was die linke spricht (Es reicht! Aber die Tür bleibt offen.). Zum Anderen sind "Mutti" und ihre Mannschaft auch nur so groß wie die Medien sie aufblasen.
Exportüberschuss und Populationsspitze alleine sollten keine Sonderrechte in den europäischen Institutionen garantieren. Dass dies aber so dargestellt wird, kann nur bedeuten: Die anderen Mächte Europas wollen es so.
Rein berufspolitisches Denken: Sollte tatsächlich alles die Styx runtergehen, wären wieder einmal die Deutschen Schuld. Vermutlich sind die österreichischen Medien in der Griechenland-Krise deshalb so hin und hergerissen.

Dienstag, 7. Juli 2015

Griechenlandkrise: Politik und Blasen

Die Debatte um die griechische Krisenbewältigung, in der medialen Öffentlichkeit wie in den Hinterzimmern der Macht, war nie eine ökonomische. Von Anfang an wurden unübersehbaren Fakten ignoriert.

Instrumental ignorierte Tatsachen

Griechenland konnte und kann es jetzt noch weniger; und würde man von Österreich von heute auf morgen verlangen, dass es all seine Schulden zurückzahle, weil zu viele Anleger_innen mit einer Panik-Kettenreaktion eine finanzielle Stampede auslösen, wäre es ebenso zahlungsunfähig, wie dies Griechenland nicht erst seit Sonntag ist.

Die Schulden können nicht zurückgezahlt werden. Neuverschuldung und Zinsen lassen dies niemals zu. Nur der Schein kann aufrecht erhalten bzw. wieder hergestellt werden. Die vorherrschende Finanzwirtschaft beruht großteils darauf.

Ein politischer Streit

Der Streit zwischen Athen und den Troika-Institutionen war seit jeher ein politischer. Es geht um Signale. Beide Seiten wollten – nach finanzwirtschaftlichen Vorbild – eine politische Blase beherrschen.
Erst mit Syriza hat sich dieses Verhältnis gewandelt. IWF, EZB, EU-Kommission, das informelle Stübchen der Euro-Finanzminister_innen hatten plötzlich ein Gegenüber, das ein völlig anderes Spiel spielt.

Der Zorn, auch der gespielte der gekauften Mediensöldner ist daher verständlich. Yanis Varoufakis ist Wirtschaftsprofessor, weiß wovon er spricht und spricht wovon er weiß. Und auch heute noch, nach seinem Rücktritt, versucht vor allem die deutschsprachige Journaillie sein cooles Motorrad spöttelnd in den Aufmerksamkeits-Mittelpunkt zu lenken.

Offene Karten

Alexis Tsipras und seine Parteikolleg_innen spielen sehr wohl ein politisches Spiel, jedoch mit offenen Karten. Sie können gar nicht anders. Sie brauchen die Unterstützung der Bevölkerung – in Griechenland wie im übrigen Europa. Die Syriza muss, wie keine andere politische Kraft, auf echte Demokratie und daher auch auf Transparenz setzen. Die Griech_innen lassen sich nicht mehr so leicht täuschen wie die andere Mitgliedsvölker.

Echte Politik statt Blasen-Politik

Nur wenn es gelingt, wie auch Spanien, europaweit Gegenbewegungen zur herrschenden Korruption und Polit-Unkultur innerhalb des Euroraums oder der EU zu gründen, kann es auch mit Griechenland weitergehen. Wir müssen die mächtigen Institutionen, aber auch die einzelnen Mitgliederstaaten zu mehr Transpraenz, Demokratie und Korruptionsbekämpfung zwingen, so wie dies die Krise in Griechenland erzwang. Dort gelang es, weil sich eine politische Bewegung dazu entschlossen hatte, statt Blasen-Politik wieder echte Politik zu betreiben.

Montag, 6. Juli 2015

Die Stimme der Natur

So wollen es die Mächtigen
Und die Ohnmächtigen werden in den Chor geprügelt
Wer nicht hart wird
Stirbt
Wer hart wird
Stirbt langsam
Die letzte Stimme des Widerstandes
Die Stimme der Natur unseres Schaffens
Unserer Gerechtigkeit
Unserer Ungerechtigkeit
Spricht auch ohne Menschenvernunft
Die sie vernehmen könnte
Wenn sie könnte
Wenn sie wollte

Sie sprechen
Wozu habt ihr euch entschieden?

Die Medien als Mittler der Elite des Ausverkaufs der Welt
Ihre Macht missbrauchend
Wieder einmal vor allem in deutscher Sprache
Wehrhaftes Griechenland zeigt uns den Weg
Erkenntnis
Dank auch den Verrätern
Den institutionalisierten Selberscharfrichtern
Der Hinterzimmerjournailie
Sie reagieren sich ab
Mit Selbstentblößung
Immer noch mühsam verdeckt
Mediale Demenz
Das Volk muss sich in momentaner Kenntnis wähnen
Das Volk darf nicht aus der Vergangenheit lernen
Die Wochen der Verhandlungen werden zerstückelt
Und mit Lügen vergiftet vorgesetzt
Sauschädel vor die Perlen der Demokratie

Es entscheidet der Chor der Finanzministranten
Die entscheidende Stimme fehlt
Und den Chor gibt es nicht formell
Darum kann er informelles Lied singen
Wes Brot er frisst
Das deutsche Ideal erobert wieder
Es blitzt der Wirtschaftskrieg
Im vereinten Europa
Marschieren die Armeen der Niedriglöhnerinnen
Annektierte Investorinnen
Im Namen der Nation
Von nationalen Medien geprießen
Und verharmlost
Die verborgene Strategie der Schuldenbauern
Schlecht sei allein die offene Taktik
Das wehrsamen Wogen der Weichen
Derer die nicht verhärten wollen
Und darum Härte beweisen wo sie hingehört
Wo vielleicht jemand hört
Wo der Nationalstolz noch Stolz einer Nation bedeutet
Was die wirklichen Nationalisten kritisieren
Die weder Stolz noch Nation kennen
Wenn sie beides nur verhökern können

Die Griechinnen als Sündenböcke
Sie können nicht mehr sparen
Sie können nicht mehr zahlen
Und die Journailie heuchelt Verwunderung
Das wahre Wunder wird sie noch erleben
Blau in Österreich
Und wie in Europa?

In deutschen Landen jedenfalls
Muss man des Varoufakis mediales Leder essen
Mehr wird von den Geldgebern nicht erlaubt
So sind deutschprachige Medien
Die größten Sparmeister der Austeritätsepoche
Die Zusammenhänge werden ausgespart
Selbst die einfachsten Wahrheit wegrationalisiert
Die Europa frei machen könnte
Könnte
Wenn sie wollten

Aber was will der Rest von uns?

Sonntag, 5. Juli 2015

Nachtprotokoll: Happy Independence Day

Yes, I can see...

4.Juli. Amerikanischer Unabhängigkeitstag. Wären nicht NSA und TTIP und all die Boomerang-Kriege im falschen Namen der Weltherrwirtschaft – mit Folter und Mord – und die Schizophrenie der us-amerikanischen Gesellschaft bishin zum Präsidenten, dem Dr. Jekyll der Weltpolitik, ich würde diesen Tag mitfeiern. Ein Schlag gegen das britische Empire, dank einer Bande von Freimaurern und Aufklärungsanhänger_innen. Philosophie in der Politik! Revolution!

Unamerikanisch

Heute gilt das als unamerikanisch. Die Mächtigen lassen es die Ohnmächtigen so glauben. Und wir vergessen deshalb gerne, was wir den jüngeren Amerikaner_innen verdanken. Faire Gerichtsprozesse nach den schwersten Kriegsverbrechen in der Geschichte Europas. Schuldenschnitt für's deutsche Ex-Reich. Wiederaufbau. Jazz! Und Rock'n'Roll, Baby! Auch F.D. Roosevelt war ein Anhänger der Aufklärung. Ein aktiver Machtmensch gegen den Neoliberalismus. Heute ebenfalls undenkbar. Allerdings hatte auch er es nicht leicht. Zum Glück hatte er vom Rollstuhl aus mehr Rückrat, als alle seine Nachfolger.

Flüchtlinge


Übergang zu den Flüchtlingen dieser Welt. Wäre es leichter, wenn sie innerhalb Europas fliehen würden? So wie damals? Für die anderen Flüchtlinge?
Wir fliehen alle. Beispielsweise vor der Wahrheit, dass das finanzpolitische Machtsystem, das uns mittlerweile fest im Würgegriff hat, uns alle unterwirft, uns allen schadet.
Aber noch geht es einigen von uns nicht schlecht genug. Darum greifen wir – in unserer tatsächlichen Verzweiflung – zu den letzten instinktiven Mitteln zurück, die wir aus unserer Kindheit noch kennen – und damals begriffen wir ähnlich wenig von der Welt: Wir ignorieren das Problem. Tun so, als ob es nur andere beträfe. Geteilt, dann beherrscht.

Ochi

Man sieht es an Griechenland und Troika. Egal wie oft uns der Verstand überzeugt, dass die politische Show dieser Tage nicht mehr ist als eben eine solche, immer wieder übermannt uns die verführerische Rhetorik der Journailie: Die müssten doch... Das geht so nicht... Wo kämen wir denn dahin... Und der Varoufakis ist viel cooler als erlaubt... Wir hören uns an, wie die Spießer, die immer auf der falschen Seite der Geschichte stehen.

Menschsein

Draußen tönt das Sommerfest durch den nächtlichen Ozon-Smog. Meine Tochter schlief an meiner Seite ein. Meine Tochter. Ich beobachtete sie, wie sie mit anderen Kindern über die dunkle Wiese lief, mit der Taschenlampe Insekten suchte, das Fahrrad der Nachbarin ausprobierte. Das genügt mir, ich empfinde dabei eine unermessliche Freude. Und ich lerne, was Liebe bedeutet.

Die größte Liebe und die größte Sorge. Was wenn ihr etwas zustöße. Mein Schmerz würde das Universum entzweireißen.
Nun gibt es Eltern, die ihre Kinder im Mittelmeer ertrinken sehen. Kinder, die ihre Eltern im Granatenhagel der Kriege zerfetzt sehen. Mein Alptraum ist für sie wahr geworden – das größte Grauen von allen.

Mitleid

Mitleid gilt dieser Tage als Schande. “Ich will dein Mitleid nicht!”, “Schau mich nicht so mitleidig an!”, “Du Opfer!”. Empathie, Mitgefühl gilt nicht nur als Schwäche, sondern auch als Beleidigung. Das ist die ureigene Perversion des Faschismus, jeder Tyrannei.
Das Menschenwesen kann ohne Empathie nicht exisitieren. Die Verwirrten wollen das Mitgefühl den Religionen überlassen, den Teleshops der Philosophie. Die “Liebe zur Weisheit”. Sie ist die Grundlage unseres heutigen Wohlstands, den zu viele durch Ignoranz und Aberglaube zu verteidigen suchen.

Kant

Die Wurzel des Erfolgs unserer modernen Demokratien ist ein einziger Begriff, den man per Spruch-Bildchen über die “sozialen Netzwerke”streuen sollte, anstelle dieser ganzen verschissenen Binsenweisheiten. Ein Begriff: Kategorischer Imperativ.
Wie kann man damit keine Flüchtlinge aufnehmen wollen? Give me freedom or give me death!