Montag, 18. Mai 2015

Troika-Institutionen: Politik der Verantwortungsvermeidung

Politische Altlastenentsorgung

Griecheland als Mülldeponie politischer Altlasten. Hier wird Veranwortung entsorgt: Jene der Regierungen der EU-Mitglieder inklusive der griechischen Syriza-Vorgänger sowie der Troika-Institutionen.

Familie kann man sich nicht aussuchen
Das Versagen von IWF, EZB und Europäischer Kommission ist gut dokumentiert. Die erzwungene Austeritätspolitik hat Griechenland, nach dem Krisen-Kennjahr 2008, von der Stagnation in die Rezession gedrängt. Die massiv steigende Arbeitslosigkeit trieb die Abwärtsspirale weiter an. Die sozialen Auswirkungen sind verheerend. Nicht zu vergessen der soziopsychologische Schock für die Bevölkerung. 

Drei Generationen wurde auf einmal der existenzielle Boden unter den Füßen weggezogen. Die Alten müssen ihre sinkende Pension mit den Jüngeren teilen, die selbst mit Erwerbsarbeit kein Einkommen für eine menschenwürdige Lebensgestaltung verdienen können. Deren Kindern wurden die Zukunftsperspektiven wegrationalisiert. 
Hohn statt Vernunft

Zu all diesem Leid wird das griechische Volk obendrein von internationalen Medien und ihren Freunderln in Wirtschaft und Politik verhöhnt. Die Lüge lautet: Die Griechen seien selbst schuld an ihrer Lage.
In Wahrheit hätte die Krise auch ohne das extreme Austeritätsdiktat bekämpft werden können. Wenn auch nicht ganz ohne Einsparungen, so doch in einem vernfünftigen und gerechten Maß. 

Das Übermaß an troikanischer Einsparung kam panisch und ungerecht. Die Investitionsflucht und der Schuldenanstieg kam erst mit dem Einsparungsregime. Der übergewichtige Anteil an Schulden der Banken wurde der Bevölkerung aufgebunden.
Doch die Institutionen haben trotz jeweiligem Personalwechsel nichts aus der Vergangenheit gelernt. Sie wollen den Sparkurs mit allen Mitteln weitertreiben. Die Pensionen beispielsweise, die griechische Pensionist_innen zu Bettlerinnen machen, sollen noch weiter gekürzt werden.

Die drei nicht so weisen Affen 

Ignoranz als Methode

Die Institutionen wollen auch nicht lernen. Wider besseren Wissen setzten sie ihren ökonomischen Würgegriff fort, nennen ihn Hilfe, diktieren ihn als  unfehlbare Heilslehre. Wer ihre Religion in Frage stellt, wird zum Ketzer ernannt. Die missionierenden Medien übernehmen die Euro-Exkommunikation.

Die Troika-Institutionen geben vor, die Ablehnung der griechischen Regierung nicht zu verstehen: Eine zusätzliche Lüge! Die Konsequenzen weiterer Einsparungen an Staat und Zivilgesellschaft (das griechische Militär wurde hingegen durch innereuropäische, vor allem für Deutschland lukrative Waffengeschäfte auch in der Krise gut ausgestattet) sind absehbar. Nur seelenlose Zyniker_innen können sie weiterhin verlangen, nur Verräter_innen am eigenen Staatsvolk würden sie unterzeichnen. 

Politik des vermiedenen Schuldeingeständnisses

Doch die Troika-Institutionen sind selbst gebunden, Sklaven im eigenen System. Ein Kurswechsel in der Griechenlandfrage käme einem Schuldeingeständnis gleich. Man müsste Verantwortung für das eigene Versagen übernehmen, anstatt das griechische Volk zum Sündenbock einer korrupten, dysfunktionalen Finanzblasenfabrik zu machen.

Why, Angie, why?

Unser aller Kampf

Ein Kurswechsel als Signal des Fehlerbekennens könnte für sie schwerwiegende und noch schwerer abzuschätzende Folgen haben. Es könnte die schweigende Mehrheit Europas aus ihrem alptraumhaften Schlummer erwecken. Es könnte die Hoheit der Banken und Finanzkonzerne in Frage stellen, deren undemokratische Macht über unsere Demokratien. Und die Europäer_innen würden vielleicht bemerken, dass der Kampf Griechenlands unser aller Kampf ist.

Griechenland ist eine Wunde in der europäischen Gemeinschaft. Die Kurpfuscher der Troika-Institutionen bestehen auf den Aderlass. Sie wollen uns einreden, dass ohne ihn der ganze Körper zugrunde gehen könnte.
In Wirklichkeit geht er durch ihn zugrunde. 
Die Aufklärung – es braucht eine Neue – wird immer noch gehindert. Europa schaut weg, will die eigene Wunde nicht sehen, löscht das Licht. Sollen die Wunderärzte es weiter versuchen? 

Ich sage: Licht an! Hinsehen! Und eine Medizin finden, die heilt und die Krankheit der gesamten demokratischen Welt besiegen kann. Dixi.    


Lese-Tipps:
Hans-Böckler-Stiftung (PDF): 10 Mythen der Eurokrise IMK Policy Brief: The costs of Greece's fiscal consolidation

Mittwoch, 13. Mai 2015

The three monkeys



The teaching of the monkeys three

Evil don't see
What people are we

Evil don't hear
What's the sound of a tear

Evil don't speak
There will be no leak

To us
No one can say no for long
We are the financial fuzz
And our money is to strong
For the people to understand
We are not theirs
And it's not in their hand
We are the heirs
Of their state and land

We hold for you to see
All the power and all the innocence
The three monkeys are we
And we rule between rules hence

We are the three monkeys
We are the three moneys
And the three phonys
In the name of your banks
We don't need your thanks
We are master and slave
We are monkeys that shave




Dienstag, 12. Mai 2015

Hraball!

Das ist schon ein Problem, das wertlose Material

Glorious EU-Plans For Refugee Crisis

Zee Schauer reveals zee newest plans of our glorious leaders of our wonderful humanitarian European Union

Europäische Linke: Warum mehr davon




“Wer mit 20 Jahren kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 Jahren noch Kommunist ist, hat keinen Verstand!“
Dieses Zitat wird gerne Winston Churchill zugeschrieben. Würde die Quelle stimmten, würde mich das quasi zu einem Anti-Churchill machen (abgesehen davon, dass ich keinen Tritt von FDR benötige, um dem  Kolonialismus abzuschwören).

Ich werde nicht älter...

Wobei Sozialist zutreffender wäre. Was auch nicht per se mit meinem Alter oder meinem schwindenden Verstand, sondern mit meiner Erfahrung oder meinem schwindenden Verstand zu tun hat. Liegt auch an der Entwicklung dieser Menschenwelt. Die Gründe summieren sich.

Ja, je älter ich werde, um so wichtiger erscheint mir eine radikale Linkswende. Wenn das so weiter geht, werde ich mit 50 zum Öko-Punk, der in einem besetzten Haus Stadtbegrünung betreibt und seine eigenen Nutztiere hält; allein, um ein Gegengewicht zu den globalen Trends zu schaffen.
Rechts hat ein Problem mit wertlosem Material

Die Neos gehören gewiss dazu

Schuld daran ist auch die FPÖ. Diese hat gerade ihren Hraball ausgespien. Er war kein Einzefall an öffentlich geäußertem Faschismus-Gedankenschlecht.
Die ÖVP ist eloquenter, aber inhaltlich nicht besser: Das neue Parteiprogramm soll den Irrsinn verewigen, dass fittere, also gesündere Menschen im Gesundheitssystem finanziell belohnt würden.

Im Umkehrschluss muss dies bedeuten, dass weniger „Fitte“, also auch chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung bestraft werden. Denn irgendwo muss die Gegenfinanzierung, im systematisch kriselnden Nationalstaat, herkommen.

Untrennbar: Asozialismus und Dummheit 

Dieses Gedankenschlecht ist nicht nur asozial und unchristlich. Es ist auch selbstzerstörerisch – wie der gesamte Neoliberalismus.
Wenn die Gesunden (per Reduktion des Selbstbehalts) mehr und die Kranken (über notwendige Gebührenerhöhung) weniger vom Sozialversicherungskuchen bekommen, bedeutet das (ganz nach neoliberaler Logik): Die es nicht bräuchten, bekämen mehr; Die es bräuchten, bekämen weniger.

Heim ins Reich

In Folge würden die Kranken kränker, die mit Behinderung behinderter, die Unfitten unfitter und würden dadurch dem Sozialstaat mehr Kosten verursachen. Wodurch die Gedankenschlechten legitimieren könnten, dass man die Gesunden noch mehr fördern müsse und die Ungesunden noch mehr bestrafen. Willkommen in der finsteren Neuzeit! Oder im Nationalsozialismus!

Das europäische Maß

Dieses dysfunktionale Funktionalisieren von Menschen – das auf finanzwirtschaftlicher Ebene natürlich von einem Österreicher miterfunden wurde – ist nicht deutsch allein. Heute kommt es aus Angloamerkia genauso wie aus China, sozusagen von allen Seiten.

Darum sollte Europa das richtige, sein eigenes Maß finden. Die USA machen große Erfindungen und haben den mächtigsten Militäraparat. Gratuliere! Wer dort aber nicht zu den Eliten gehört ist genauso schlecht dran, wie die ostasiatischen Massen unter ihren jeweiligen Einparteientyranneien.

Europas Stärke lag in den letzten Jahrzehnten in einer breiten Mittelschicht. Nie zuvor, in der geschriebenen Menschheitsgeschichte, ging es so vielen so gut.
Europa muss sich die Frage stellen, ob es höhere Exportüberschüsse, mächtigere Waffen oder größere Arbeitsheerscharen benötigt? Oder mehr Lebensqualität für möglichst viele Menschen?

Geht es der Wirtschaft nicht gut,
geht es den Menschen auch nicht gut.
Geht es der Wirtschaft besser,
muss es darum nicht den Menschen besser gehen.
Aber geht es den Menschen gut,
geht es es auch der Wirtschaft gut.

Wer das mit 20 nicht versteht, hat kein Hirn. Wer es mit 30 nicht kapiert, hat immer noch keins.

Montag, 11. Mai 2015

Achtsamkeit: Rolltreppe

Die Umgebung zu nehmen wahr
Und das eigene Tun darin
Wenn ich auf der Rolltreppe fahr
Macht es nicht weniger Sinn

Denn stelle Dir doch vor
Deine Welt endet nicht hinter deinem Rücken
Öffne also Dein Ohr
Sonst muss ich Dich zur Seite drücken

Und eilst du wie ich voran
Musst Du mögliches Gefolge einsehen
Kommst du also oben an
Bleib nicht plötzlich stehen

Kann es auch überraschend sein
In einer Großstadt bist Du selten allein

Sonntag, 10. Mai 2015

My Readers Eyes

I JUST WANT TO TELL STORIES
SOME PRETTY LITTLE LIES
THAT MIGHT HAVE SOME VERITIES
IN MY READERS EYES

Montag, 4. Mai 2015

Freitag, 1. Mai 2015

Lyrik 2: Tragoedie


Tragoedie

Von der Bühne der Trauer
Kollektive Schuld übers Volk vergießen
Trocken bleit's hinter Europas Klagemauer
Wo politische Schließmuskeln nicht mehr schließen
Was man mit Sprache zu verwechseln scheint
Während man schlaue Pläne zu denken vermeint

Näher treiben die Qualen
Hunderter Toter dort
Weil in verständlichen Zahlen
Heran an unseren Urlaubsort

Doch es gibt keine Konsequenzen
Nur ein Raunen
Vielleicht ein Staunen
Ein politisches Kaffeekränzchen
Um das Ur-Problem ein Tänzchen
Die Katze hat ein Schwänzchen
Es ist bald wieder gut

Es ist bald wieder vergessen
Dieses verheißungsvolle Europa
Lässt Mammon unsere Hellenen
Und das Mare unsere Träumerinnen fressen
Die Braut auf dem Stier ist ein alter Opa
In Wirklichkeit auf Lampedusa aufgesessen

Das Volk geht brav gedenken
Der Opfer unseres Status quo
Sich der Politik als Bühnenkulisse zu schenken
Bleibt alles gleich
Bleiben die Ewiggleichen froh

Vor dem Meer des Vergessens
Kommt der Schock des Augenblicks
Nicht über die Kultur des Sichzutodefressens
Nicht über die Faulheit politischer Tricks
Nicht über die Scheinheiligkeit der Verantwortlichen
Nicht über den Aufschrei der Vergesslichen
Sondern über gewisse Mengen
In einem bestimmten Meer
Lass Deinen Blick darüber drängen
Von dort kommen die Sterbenden her
Und dort sterben noch viel mehr

Europa, was willst du
Dein Sponsor ist ein falscher Stier
Keine nährende Mutterkuh
Doch die Entscheidung bleibt dir
Tod oder Leben
Unheil oder Segen
Militante Wirtschaftlichkeit
Oder ungezügelte Menschlichkeit

Europa
Den Notleidenden eine Brücke
Wird Dir alten Opa
Zur hilfreichen Krücke
Denn du bist innerlich
Nicht mehr als ein Traum der Vernunft
Ohne diesen nur ein Fetzenteppich
Und Todbringer fürchten ihre Zukunft

Lyrik 1. Heimholung


Heimholung

Dein Anruf bei offenem Schuhband
Fahrstaub fährt bitter in deinen Gesang
Den ich nun mit meiner rechten Hand
Aus dem grauen Stadtdickicht fang

Meine bunte Welt in deinem Ton
Aus Alltags Unalltäglichkeit
Fliegt Tochters Stimme fröhlich davon
Zur Heimholung bereit

Ich bin
In diesem Familienleben
Brütend im sprachlosen Sinn
Schon davor und immer
Und eben